Die typische DDR Verkabelung in Aluminium ist rätselhaft

Rohstoffe waren in der DDR knapp, Rohstoffe mussten mit Devisen beschafft werden, die genauso knapp waren. Not macht erfahrungsgemäß erfinderisch und Alu statt Kupfer einzusetzen war durchaus nicht zum Schaden der Wirtschaft. Alu hat die gleichen Übertragungseigenschaften wie Kupfer, ist nur etwas geringer belastbar.

Deshalb wurden im DDR Wohnungsbau Aluleiter mit einem höheren Querschnitt von 2,5 qmm verlegt, gegenüber dem herkömmlichen Querschnitt des Kupferleiters von 1,5 qmm.

Im unsanierten Wohnungsbau oder in den Altbauten der neuen Bundesländer erkennt man sofort den etwas stärkeren Draht. Gleichzeitig hat er durch die Fließeigenschaften des Aluminiums an den Klemmstellen keinen runden Querschnitt mehr, sondern einen mehr oder weniger abgeflachten. Alu bricht leicht, deshalb sollte ein Neu-Anschluss an andere Verbraucher mit äußerster Vorsicht getätigt werden.

Keinesfalls sollten Schalter oder Steckdosen mit der heute üblichen Klemmtechnik eingesetzt werden, Klemmen benötigen beim Anschluss an Aluleitungen durch dessen Fließeigenschaften immer eine Schraubklemme!

Die Adernkennzeichnung ist etwas verwirrend, da sie sich im Laufe der Jahre mehrfach geändert hat. Grau, schwarz, blau, rot, grün-gelb …

Außerdem gab es zwei Arten der Installation, die klassische Nullung mit zwei und die stromlose Nullung mit drei Adern. Bei der klassischen Nullung wurden Schutzleiter und Nullleiter zusammengeführt, so dass eine Ader frei im Raum hängen blieb.

In späteren Bauten war eine dreiadrige Verlegung mit Schutzleiter in Küchen und Bädern Pflicht. In Altbauten, die früher ein 125 Volt-Netz hatten, ist es noch verwirrender. Um später eine Netzspannung von 220 Volt zu erhalten, wurden zwei Phasen zu einer Phase zusammengeschlossen.

Oft wurden Stegleitung verlegt, ein flaches Kabel mit zwei oder drei Adern nebeneinander.  Später wurde auch das sogenannte AlCu eingesetzt, ein Aluleiter mit aufgedampfter Kupferummantelung. Hierdurch konnte Material eingespart werden, weil der Querschnitt etwas geringer gehalten werden konnte.

Beim Wechseln von Schaltern oder Steckdosen, dem Anbringen neuer Lampen oder bei einer Erweiterung mit mehr Anschlussmöglichkeiten kommt es häufig zum Bruch von Adern an den Anschlussklemmen. Das Aluminium sollte vor dem Neuanschluss gereinigt und immer gefettet werden. Hat man die Möglichkeit, sollten Neuanschlüsse mittels entsprechender Klemmen auf Kupferleiter umgerüstet werden.

Bei einer Erweiterung einer alten nicht eindeutigen Installation, sollte immer der Fachmann konsultiert werden. Das Auswechseln einer Lampe sollte davon aber ausgenommen sein und von jeder einigermaßen technisch begabten Person durchgeführt werden können.

Zunächst feststellen welche Spannung anliegt und mit einem Spannungsprüfer (2polig) feststellen, wo die Phase und wo der Nulleiter ist.

Dann den braunen Draht der Leuchte mit der Phase und den blauen mit dem Nulleiter verbinden. Liegen nur 12 Volt an, kann es sein, dass eine Installation mit Stromstoßschaltern vorliegt. Hier dient ein Relais, welches im Verteilerkasten sitzt, zum Einschalten über einen oder mehrere Taster.

 

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